LiteratuTurm

Die Poesie des Wissens. LiteraTurm

Drittes Literaturfest in Frankfurts Hochhäusern und Türmen, 20. bis 24. September 2006

Das Amt für Wissenschaft und Kunst der Stadt Frankfurt am Main veranstaltet unter dem Titel "Die Poesie des Wissens" zum dritten Mal das Literaturfestival "LiteraTurm". Es findet vom 20. bis zum 24. September in den oberen Etagen Frankfurter Hochhäuser und Türme statt. Thematischer Schwerpunkt dieses Jahres werden die Beziehungen zwischen Literatur und Wissenschaft sein. Präsentiert werden rund 30 Autoren, die sich in ihren Werken auf die Wissenschaften beziehen. Eröffnet wird „LiteraTurm“ im Literaturhaus Frankfurt am Main. Den Abschluss bildet ein indischer Abend im Mousonturm, mit dem eine Brücke zum Schwerpunktland der diesjährigen Buchmesse geschlagen wird. Auf dem Programm stehen Lesungen, Gespräche zwischen Autoren und Wissenschaftlern, Vorträge und szenische Darbietungen. Daneben wird es eine literarische Schnitzeljagd sowie ein spezielles Angebot für Kinder geben. Außerdem hat das städtische Literaturfestival "LiteraTurm" eine neue Attraktion: An der Hauptwache wird ab dem 5. September ein von den renommierten Frankfurter Architekten Schneider + Schumacher entworfener Pavillon als Informations- und Kommunikationszentrum von LiteraTurm 2006 aufgestellt. Hier liegen Programmbroschüren aus, hier können Tickets gekauft werden, und hier kann man sich auf das Festival einstimmen. Technisch realisiert wird der Pavillon mit Unterstützung des Baudienstleisters HOCHTIEF.

Das Spektrum der eingeladenen Autoren reicht von Ulrich Woelk, der die Astrophysik zum Thema seines Romans "Die Einsamkeit des Astronomen" gemacht hat, bis hin zur Wissenschaft vom Schönen, der Ästhetik, über die Wilfried Mennighausen mit Alban Nicolai Herbst diskutieren wird. Der Berliner Kulturwissenschaftler Thomas Macho wird in einem Grundlagenvortrag das Verhältnis von Literarizität und Wissenschaft erläutern. Eine Veranstaltung soll sich Gottfried Benn widmen, aus dessen Zeit als Pathologe am Berliner Westend-Klinikum die von ihm verfassten Sektionsprotokolle jüngst wieder aufgefunden wurden. Sie bieten Anlass zu kontroversen Diskussionen über ihre Bedeutung für sein poetisches Œuvre. John Banville wird den Roman "Die See" vorstellen, für den er 2005 mit dem Booker-Prize ausgezeichnet wurde. In einer szenischen Performance präsentiert der bekannte Schauspieler Rufus Beck das Leben und Werk von Jules Verne. Den feierlichen Auftakt von "LiteraTurm" bildet am 20.September im Literaturhaus Frankfurt ein öffentliches Gespräch zwischen dem Philosophen George Steiner und dem Büchner Preisträger Durs Grünbein. Moderiert wird es von Gert Scobel (ZDF/3SAT).

Seit jeher sind Schriftsteller von den Wunderkammern des Wissens fasziniert. Was in Laboratorien, in Sektionssälen oder in Bibliotheken erforscht und entdeckt wird, regt die literarische Einbildungskraft an. Medizin, Physik, Biologie, Mathematik, aber auch die die Geisteswissenschaften nehmen Dimensionen des Literarischen an: Sie bergen Geschichten, die Stoffe für vielfältigste Erzählungen und Romane bieten. Darüber hinaus reagieren Literaten sehr bewusst auf die gesellschaftlichen und individuellen Folgen, die wissenschaftlichen Entdeckungen zu Eigen sind und veranschaulichen sie in literarischen Handlungen, Schauplätzen und Figuren. Gerade in jüngster Zeit sind hochinteressante literarische Werke erschienen, die sich in Inhalt oder Form auf wissenschaftliche Prozesse, wie solche der Genetik, der Gentechnologie, der Neurobiologie oder der Klimaforschung beziehen. Im Medium der sprachlichen Fiktionalität nähern sie sich einem Terrain, das einen Grad der Abstraktion erreicht hat, der kaum mehr in die Breite vermittelbar ist. Um dennoch in der Öffentlichkeit wirken zu können, arbeiten daher auch wissenschaftliche Texte mehr und mehr mit literarischen Mitteln.

Einen weiteren Höhepunkt gewinnt "LiteraTurm" mit dem "DekaBank-Preis des Literaturhauses Frankfurt 2006" hinzu. Erstmals findet die festliche Verleihung der von der DekaBank gestifteten Auszeichnung im Rahmen des Festivals statt. Der nach Michael Hofmann (Großbritannien, 2004) und Tamás Miklós (Ungarn, 2005) dritte Preisträger wird am 23. September 2006 in der 44. Etage des Trianon-Gebäudes in Frankfurt, dem Unternehmenssitz der DekaBank, geehrt. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird seit 2004 jährlich in Kooperation zwischen dem Literaturhaus Frankfurt und der DekaBank ausgelobt. Mit der Auszeichnung wollen die Partner Vermittler ins Blickfeld rücken, die sich um die Verbreitung der deutschen Literatur und Wissenschaft im Ausland verdient machen und Herausragendes meist im Verborgenen leisten. Die Entscheidung der internationalen Jury über den diesjährigen Preisträger wird Anfang September bekannt gegeben. Laudatoren der Vorjahre waren Durs Grünbein (2004) und György Konrád (2005).

Das Frankfurter Literaturfestival "LiteraTurm" widmet sich einem jeweils wechselnden Themenschwerpunkt. Vor zwei Jahren stand das Verhältnis von „Literatur und Macht“ im Zentrum. Mit seinem thematischen Konzept hebt sich "LiteraTurm" von den zahlreichen Novitätenfestivals ab. Die vielfältigen Facetten der Bezüge zwischen Literatur und Wissenschaft sollen sich zu einem Gesamtbild formieren, in dem das Thema von der Praxis des literarischen Schreibens aus diskutiert wird. Neben Lesungen werden daher auch öffentliche Gespräche zwischen Schriftstellern und Wissenschaftlern aus den Disziplinen stattfinden, die in den jeweiligen Werken literarisiert werden. Eine weitere Besonderheit von "LiteraTurm" besteht darin, dass so gut wie alle Veranstaltungsorte in Hochhäusern und Türmen liegen. Sie prägen das Stadtbild Frankfurts und tragen damit zur Profilierung von "LiteraTurm" als "Konzeptfestival" bei.

Eine weitere Besonderheit des Festivals "LiteraTurm" ist seine kooperative Struktur. Partner: AG Frankfurter Literatur Verlage, Buchhandlung Tatzelwurm, Dielmann Verlag, Frankfurter Buchmesse, Hessisches Literaturforum, Literaturhaus Frankfurt am Main und die Romanfabrik. Veranstaltungspartner: Bank of Moscow, BHF-Bank, Commerzbank, DekaBank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Goethe-Museum/Goethe-Haus, IG Metall, Johann Wolfgang von Goethe-Universität, Klinikum der Johann Wolfgang von Goethe-Universität, Reuters/Messeturm, Mousonturm, Physikalischer Verein, schauspielfrankfurt. Hauptförderer: HELABA. Förderer: Latham & Watkins, Park Hotel Le Meridien, HOCHTIEF.

Karten sind zum Preis von 3 bis 10 € (Abschlussabend inkl. Buffet 15 €) ab 5. 9. erhältlich im Literaturm-Pavillon neben dem Café Hauptwache, im Internet unter www.kultur.frankfurt.de, s. "Literatur" oder unter www.literaturm.de sowie an der Abendkasse (jeweils 45 Minuten vor Veranstaltungsbeginn). Weitere Infos: Dr. Klaus Klemp (Gesamtleitung), Tel. 069/212 354 35 oder Dr. Sonja Vandenrath (Kuratorin), Amt für Wissenschaft und Kunst der Stadt Frankfurt am Main, Tel. 069/212 3601, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Kirsten Grote Bär, Tel. 069/212 33365.

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