Ernst Wilhelm Nay: Purpurmelodie, 1951

Lieblingsbilder

Kunst nach 1945 aus Privatbesitz zwischen Main und Taunus. Ausstellung Stadtmuseum Hofheim, bis 4. November 2007

Die Ausstellung "Lieblingsbilder" unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Roland Koch zeigt 80 Gemälde, Skulpturen und Objekte von 71 Künstlern aus privaten Sammlungen im Main-Taunus-Kreis. Die ausgestellten Werke dokumentieren die rege Sammlertätigkeit in unserer Region, eine Sammlertätigkeit, in der gleichermaßen die Liebe zur Kunst und Kennerschaft zum Ausdruck kommen.

Anlässlich seines 40jährigen Bestehens hat der Kunstverein Hofheim e.V. in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Hofheim am Taunus die Ausstellung "Lieblingsbilder. Kunst nach 1945 aus Privatbesitz zwischen Main und Taunus" erarbeitet. Das Konzept der Präsentation schließt an die Ausstellung "Hofheimer Lust. Kunst aus Hofheimer Privatbesitz. Bildwerke und Objekte des 20. Jahrhunderts" an, die 2002/2003 im Stadtmuseum gezeigt wurde.

Georg Baselitz: Mann mit Gitarre oder Paranoiamarsch, 1967Die "Lieblingsbilder" zeigen ein breites Spektrum an Bildern, Skulpturen und Objekten, chronologisch geordnet beginnend 1947 mit Ernst Wilhelm Nay und endend mit einem Aquarell von Uwe Kowski aus dem Jahr 2006; oder, alphabetisch geordnet – wie im Katalog: von Gerhard Altenbourg bis Paul Zita.

E.W. Nays "Oberon" und seine "Purpurmelodie" von 1951 sind in Hofheim entstanden, da der Künstler in den ersten Nachkriegsjahren auf Einladung von Hanna Bekker vom Rath im früheren Atelierhaus der Malerin Ottilie Wilhelmine Roederstein lebte. Diese beiden Werke sind nun mit den "Lieblingsbildern" an ihren Entstehungsort zurückgekehrt.

Es entspricht dem Konzept der Ausstellung, dass die Auswahl der gezeigten Arbeiten keiner Systematik folgen kann. Die Ausstellung zeigt Werke, die zu "Lieblingsbildern" wurden, denn sie wurden von einem Kunstliebhaber, einem Sammler ausgewählt. Vielleicht in einem schnellen, spontanen Entschluss, oftmals aber nach gründlicher Überlegung. Wichtigstes Kriterium dürfte das Gefühl der Gelungenheit sein: "Das stimmt", oder: "Das gefällt". Neben Geschmack und Interesse und dem Stellenwert für die eigene Sammlung, bestimmen vielleicht auch Marktkriterien oder das eigene Portemonnaie das Urteil – Gründe für die Kaufentscheidung gibt es viele.

Robert Metzkes: Stehende im Kleid, 2001Die meisten Kunstrichtungen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts sind vertreten: Expressive Arbeiten, konstruktive Konzepte, verschiedene Realismen, Werke, die sich vor allem dem Licht und der Farbe widmen, bis hin zur Collage. Etliche der bekanntesten deutschen Künstler werden präsentiert, wie Georg Baselitz, Emil Schumacher, Markus Lüpertz, Sigmar Polke u.a., aber auch Arbeiten der Gruppen Spur, Wir, Geflecht, Zero und der Quadriga sind vertreten. Zu sehen sind zugleich Künstler, deren Namen einem breiteren Kunstpublikum noch nicht vertraut sind, deren Werke jedoch durch ihre Originalität und Stimmigkeit überzeugen.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung bietet für Erwachsene drei Abendveranstaltungen, sonntägliche Führungen und einen Workshop zu verschiedenen Tiefdrucktechniken, an Kinder und Jugendliche richten sich die sonntägliche Kinderführung, Kurse in der Museumswerkstatt sowie ein besonderes Angebot zur Ausstellung für Kindergärten, Betreuungsinstitutionen und Schulklassen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit 112 Seiten und Farbabbildungen aller 80 ausgestellten Werke (15,- €).

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