Ludwig Knaus: Harlekin (Ausschnitt), 1847

Der Narr – König der verkehrten Welt

Ausstellung Landesmuseum Mainz, bis 6. Februar 2008

Vom 11.11. bis zum Aschermittwoch steht die Welt in Mainz Kopf und das Landesmuseum Mainz zeigt eine Sonderausstellung, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Karnevalszeit steht: Der Narr – ein ureigenes Thema der Fastnachtsstadt Mainz.

Meister des Obersteiner Altars: Christus vor Pilatus/Der Narr mit dem Schwert, um 1420Die Figur des Narren ist in der Kulturgeschichte einzigartig. Anfangs waren es "Wahnsinnige", so genannte "natürliche Narren", die dem Hof zur Belustigung dienten und um ihrer geistigen Entrücktheit willen viele Sonderrechte genossen. Im späten Mittelalter entwickelte sich der Hofnarr zu einem eigenartigen Pendant des Königs. Als weiser Ratgeber äußerte er sich verschlüsselt in Späßen und Wortspielen und erfreute sich fast unbeschränkter Freiheit.

Kinderprinz Dennis I.Die außergewöhnliche Bedeutung dieser Figur zeigt sich in der Vielzahl der künstlerischen Darstellungen und der literarischen und musikalischen Bearbeitungen. In ausgewählten Exponaten vom Mittelalter bis zur Moderne zeigt die Ausstellung die Vielfalt des Narrenmotivs: Gemälde, Graphiken, Bücher und Spielkarten gewähren unterschiedlichste Einblicke in die verkehrte Welt des Narren.

Zum Rahmenprogramm gehören Vorträge, Lesungen und ein spezielles Kinderprogramm. Der Mainzer Kulturdezernent Peter Krawietz wird über die berühmte literarisch-politische Fastnacht referieren, ein anderer Vortrag behandelt die Kulturgeschichte der Unvernunft, und der Mainzer Kinderprinz Dennis I. wird am 20. Januar im Landesmuseum Hof halten.

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