Gemeinsam – Puppen für Integration und Vielfalt

Gemeinsam – Puppen für Integration und Vielfalt

Ausstellung Hessisches Puppenmuseum Hanau, bis 18. April 2010

"Mia" hat ein helles und ein dunkles Gesicht und ist über hundert Jahre alt, "Wumbi" kommt aus dem Mannheim der 30er Jahre und die "fünfjährige" Verena kommt aus Berlin und hat einen Kater Mikesch. Puppen sind eben genauso vielfältig wie Menschen. Ziel der Ausstellung "Gemeinsam – Puppen für Integration und Vielfalt" ist es, "alle Menschen in die Gesellschaft zu integrieren", erzählt Museumsleiterin Maren Raetzer und erläutert weiter: "Wenn Forschungen darauf hinweisen, dass Kinder bereits ab dem dritten Lebensjahr äußerliche Merkmale nutzen um ihre Welt zu klassifizieren und beginnen Fremdes auszugrenzen, dann muss Integration viel früher gefördert werden – bereits im Kinderzimmer. Vielfalt muss Normalität werden".

Gemeinsam – Puppen für Integration und VielfaltUnd hier setzt die neue Sonderausstellung an. Es wird nachgefragt, welche gesellschaftlichen Normen mit Spielzeug ganz unbewusst und fast unschuldig vermittelt werden. Es geht um die Geschichte der dunkelhäutigen Puppen bis heute, um geschlechtsbezogene Rollenbilder, die mit kleinen Feuerwehrmännern und Hausfrauen eher traditionell vermittelt werden. Und um die Fragen: Warum gibt es nur so wenig Puppenkinder mit Behinderung und wo sind eigentlich die Regenbogenfamilien in der Puppenwelt?

Hier treffen wir Emil, der auch aus Berlin angereist ist und zwei Mütter hat. Emil gehört wie Verena zu dem Projekt "Kinderwelten". Jeder dieser Puppen bring eine ganz eine komplette Biografie mit. Die der Ausstellung zeigt hier wie heute in Kindergärten und Grundschulen mit Hilfe von Puppen vorurteilsbewusst gearbeitet wird. Die "Persona Dolls" genannten Puppen sollen dabei helfen, Berührungsängste abzubauen und so Toleranz zu fördern.

Die Ausstellung wird ergänzt durch 21 großformatige Fotografien von ethnischen Künstlerpuppen, die aus dem Archiv der Zeitschrift "Puppen & Spielzeug" stammen. Wir danken dem Verlag Puppen & Spielzeug im Verlagshaus Wohlfarth für seine Beteiligung an dieser Ausstellung.

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