Märchen Kunst
Ausstellung Kunsthalle Darmstadt, bis 3. Oktober 2010
Im Sommer 2010 präsentiert Kunsthalle Darmstadt die internationale
Ausstellung "Märchen Kunst". Um hintergründig Mechanismen
der Gesellschaft zu reflektieren, nutzen zeitgenössische Künstler
vielfach Märchen oder märchenhafte Motive. So entsteht eine Doppelbödigkeit,
die kreativ, überraschend oder schockierend mit konventionellen Betrachtererwartungen
und Erinnerungen spielt. Diesem Effekt ist "Märchen Kunst" gewidmet.
Beteiligt sind international renommierte Künstler, die "Märchen" mit
völlig verschiedenen Methoden inszenieren.
Um
einige Beispiele zu nennen: Kara Walker, Jane Alexander und William Kentridge
thematisieren unter dem Deckmantel "naiver" märchenhafter
Fabeln kriegerischen Rassismus und Sklaverei. Magdalena
Abakanowicz verknüpft bei ihren "Mutanten" das Motiv zauberischer
Verwandlungen mit Anspielungen auf die moderne Gentechnik. Jonathan Meese
präsentiert die Figuren klassischer Heldenmärchen
als deformierte Monstren, um heroische Ideale satirisch zu umspielen. Tiana
Alexis verbindet in ihren surrealistisch anmutenden Collagen märchenhafte
Motive mit Themensträngen von Gewalt und befremdlicher Sexualität.
Märchen
erscheinen so als Verweis auf eine Welt, die gleichermaßen bedrohlich
wie schwer zu ergründen ist. Die Bildhauerin Laura Ford wiederum versetzt
typische Tierfiguren aus Märchen in eine rauhe soziale Wirklichkeit,
läßt etwa
Füchse als Lumpenproletariat und Obdachlose auftreten. Die Poesie des
Märchens
wird so genutzt, um eine allzu prosaische Realität bewußt zu machen.
Das
umfangreiche Begleitprogramm bietet neben Führungen und Vorträgen auch eine
"Lange Nacht der Märchen", Theater- und Schreibworkhop und vieles mehr.
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