Die Augen des Hauses

Die Augen des Hauses

Zur Entwicklungsgeschichte des Fensters. Ausstellung Stadtmuseum Hofheim am Taunus, 13. Juni bis 19. September 2010

Das Fenster ist ein architektonisches Bauelement, welches die Menschen seit ihrer Sesshaftwerdung begleitet und das gemäß der gesellschaftlichen Entwicklung einem stetigen Veränderungsprozess unterworfen ist. Von der aufgespannten Kuhblase, über bleigefasste Butzen, bis zu industriell hergestelltem Isolierglas zeigt die Ausstellung Exponate, die die Veränderungen im Fensterbau der letzten 2000 Jahre beschreiben.

Die Augen des Hauses"Das Fenster ist ein Ort der Ein- und Ausblicke, ein Mittler zwischen innen und außen. Als Bindeglied zwischen privater Wohnwelt und öffentlicher Außenwelt kann es schützend schließen oder nach außen öffnen. Das Fenster ist ein idealer Ort für Neugierige, die an der Welt draußen teilhaben wollen. Aber auch der Außenstehende kann Einsichten gewinnen…" (Udo Haafke, Fotograf).

Die Augen des HausesGlasbläser, Waldglas, Kröseleisen und Fensterschweiß erzählen von der magischen Bedeutung des Fensterlochs und einer jahrhundertealten Kunstfertigkeit, die mehr und mehr in Vergessenheit geraten ist. Doch das Fenster dient nicht nur dem Ein- und Ausblick, der Lichtzufuhr und Lüftung. Rund um das Fenster gibt es Geschichten aus dem Volksglauben, Aberglauben und viele Handlungen kultischer und zauberischer Art. Auch diese finden hier ihren Platz neben der geschichtlichen Entwicklung der Fensterglasherstellung und der Vorstellung historischer Glasschneidetechniken.

Aus ganz Deutschland haben die Sammler Frank Dähling und Rainer Scherb die Exponate dieser Ausstellung zusammengetragen. Bereits 2008 wurden sie erfolgreich in einer Ausstellung des Stadt- und Fachwerkmuseums "Alte Universität" in Eppingen gezeigt. Des Weiteren werden Beispiele künstlerischer Glas- und Fenstergestaltung von Brigitte Schaffer (Atelier für Glasgestaltung, Bad Soden), sowie von Friedel Schulz-Dehnhardt und Helgard Kyritz-Trenk gezeigt. Zur Ergänzung ist ein fotografischer „Spaziergang“ durch die Hofheimer Fensterlandschaft angeschlossen. Hier liegt die Besonderheit im Detail. An zahlreichen historischen Gebäuden lassen sich ebenfalls markante "Augen" entdecken. Das vielfältige Begleitprogramm will den Blick dafür öffnen und Aufmerksamkeit wecken.

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